Amsterdam, seine schnuckeligen Grachtenhäuser und unzählige Boote, die auf den malerischen Kanälen entlang der Grachten schippern. Das ist sicherlich das erste Bild, das euch vorschwebt, wenn ihr an die niederländische Hauptstadt denkt. Zurecht, denn:

Unsere schöne Grachtenstadt ist besonders für ihr unvergleichliches Flair bekannt, das sich vor allem im UNESCO-geschützten Grachtengürtel im Zentrum abspielt – es könnte authentischer nicht sein. Oder doch?

So schön und beliebt die Innenstadt von Amsterdam auch sein mag, hier hören die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten noch lang nicht auf:

Deutlich weniger bekannt und dadurch auch weniger touristisch ist der Stadtteil Amsterdam Noord. Warum ihr bei eurem nächsten Besuch unbedingt auch am Nordufer von Amsterdam vorbeischauen solltet, erfahrt ihr hier.

 

 

Amsterdam Noord – Wie kommt ihr hin?

Gleich vorweg: Ja, Amsterdam Noord gehört ganz und gar zur Stadt dazu, ist nur etwas schwieriger erreichbar. Wobei, so schwierig ist das nicht:

Ich würde sogar sagen, dass der Weg nach Amsterdam Noord allein schon ein kleiner Geheimtipp ist. Denn um in diesen Stadtteil zu gelangen, überquert ihr zuerst einmal den IJ-Kanal hinter dem Hauptbahnhof.

Am schnellsten und bequemsten geht das mit den kostenlosen Amsterdamer Fähren, die ihr an der blau-weißen Bemalung erkennt. Richtig gelesen: Ihr braucht hierfür kein Ticket, sondern könnt ganz entspannt auf die Fähren laufen und sogar euer Fahrrad mitnehmen. 

Je nachdem, wo ihr im Norden unterwegs sein werden, empfiehlt sich definitiv das fiets, wie der Niederländer ihren Drahtesel nennen. Und jetzt verrate ich euch unsere liebsten Orte und Sehenswürdigkeiten in Amsterdam Noord, die es für euch zu entdecken gibt.

NSDM-Werft: Das Amsterdam Noord Künstlerviertel

Die westlichste Fähre hinter dem Hauptbahnhof bringt euch zu dem wohl kreativsten Ort der ganzen Stadt: dem NDSM-Gelände.

Ursprünglich war hier die „Nederlandsche Dok en Scheepsbouw Maatschappij“ ansässig, die in einer der größten Werften Europas holländische Schiffe gebaut und repariert haben. Heute wird dieser Ort alle paar Wochen zum größten Flohmarkt Europas, den IJ Hallen, und lässt das Herz von Schnäppchenjägern nach ausgefallener Kleidung, Vintage-Möbeln und Kunst höherschlagen.

Ihr merkt schon: Heute steht die ehemalige Werft für kreativen Freigeist und künstlerische Entfaltung. Im Gebäude selbst befinden sich dauerhaft ganz individuell eingerichtete Arbeitsräume für Künstler und Handwerker, die in einer freischaffenden statt kommerziellen Umgebung tätig sein wollen. Diese könnt ihr euch auch selbst aus nächster Nähe anschauen, denn die Werft ist öffentlich zugänglich.

Künstlerateliers in der NDSM Kunststad-Halle

NDSM Gelände Amsterdam

„Make Art, No Money“ – das ist auch das Motto des Nordens und der große Schriftzug, der als Spray über dem NDSM Gelände prangt. Das ist bei Weitem nicht das einzige Graffiti, das hier zu finden ist. An den Wänden des Geländes haben sich bereits unzählige namenhafte Graffitikünstler und Hobby-Sprayer mit ihren Bildern verewigt – und das völlig legal.

Dieser Ort strotzt geradezu vor Street Art und somit ist es auch kein Zufall, dass sich hier auch eines der berühmtesten Museen für Street Art und Graffitikunst befindet:

STRAAT: das Street Art Museum

Bereits über dem Eingang der ehemaligen Schiffsbauhalle könnt ihr eines der beeindruckendsten Graffitis in Amsterdam bewundern. Was wie ein gedrucktes Plakat aussieht, ist vom brasilianischen Künstler Eduardo Kobra an die Backsteine gesprüht worden und zeigt die junge Jüdin Anne Frank mit dem Schriftzug „Let me be myself“.

NDSM-Gelände Amsterdam Anne Frank Graffiti

Dadurch, dass Anne mit ihrer Familie viele Jahre in Amsterdam gewohnt hat und sich hier während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg zwei Jahre mit ihrer Familie verstecken musste, sind sie und ihr berühmtes Tagebuch ein immerwährendes Thema in der Stadt. Auf unseren Anne Frank Touren durch das Jüdische Viertel verfolgen wir ihre Spuren in der Stadt jeden Tag mit unseren Gästen.

Im Museum selbst könnt ihr über 180 Werke von mehr als 170 Künstlern aus aller Welt bestaunen. Die Werke die alle vor Ort entstanden und machen damit die Street Art noch authentischer. Tickets für das Museum könnt ihr euch auch schon vor der Anreise hier buchen. (Werbelink)

Zusätzlich könnt ihr an Führungen und Graffiti-Workshops des Museums teilnehmen. Wenn ihr euch in ungezwungener Umgebung schon immer mal kreativ austoben wolltet: hier wird es euch leicht gemacht.

Pllek und Noorderlicht Café

Diese Namen sind Programm, wenn ihr auf dem NDSM-Gelände unterwegs seid. Durch die perfekte Lage des Künstlerviertels am Wasser lassen sich Kaffee und Snacks hier besonders gut genießen.

Angepasst an den Shabby-Chic-Look des Nordens serviert das Szene-Restaurant Pllek eure Drinks in großen Containern des ehemaligen Hafens. Industrieflair trifft hier auf pure Gemütlichkeit und kreiert eine absolut „gezellige“ Atmosphäre in, aber auch vor dem Restaurant.

Im Sommer verwandelt sich dieses Gebiet in einen weichen Stadtstrand mit Outdoor-Kino, wo ihr auf den Liegen entspannen und an lauen Sommerabenden Filme auf großer Leinwand schauen könnt.

Pllek mit Strand Amsterdam

Ein genauso schönes Restaurant findet ihr beim Noorderlicht Café, zu Fuß keine fünf Minuten Fußweg entfernt. Dieser Ort wird euch mit seinem Upcycling-Style begeistern:

Es bietet euch, genau wie auch Pllek, eine regionale und saisonale Küche. Der Nachhaltigkeitsgedanke wird hier großgeschrieben, sodass Vegetarier:innen und Veganer:innen ganz besonders auf ihre Kosten kommen.

Nehmt ihr vom Bahnhof aus die Fähre Richtung Buiksloterweg oder gleich daneben zum IJ-Plein (statt wie oben beschrieben zur NDSM Werft), dauert eure Überfahrt gerade einmal eine Minute. Hier erwarten euch ebenfalls ein paar echte Highlights von Amsterdam:

A’DAM Lookout: Schaukeln über den Dächern von Amsterdam

Wie gerne habt ihr in eurer Kindheit geschaukelt? Oder vielleicht immer noch?

Wenn ihr an einer Schaukel nicht vorbeigehen könnt und zudem keine Höhenangst habt, kann euch der A’DAM Lookout Turm auf ein ganz neues Level heben – wortwörtlich.

Hier geht es nämlich hoch hinaus bis in den obersten Stock, wo eine riesige Schaukel am Rande des Gebäudes installiert ist. Wagt ihr euch in dieses kleine Abenteuer, habt ihr für ein paar Minuten das Gefühl, über die Dächer Amsterdams zu schwingen, und ergattert euch einen einzigartigen Blick auf unsere schöne Grachtenstadt.

Und keine Sorge: Ihr seid natürlich gut gesichert in den Schaukelsitzen, die über ein gespanntes Netz schwingt.

Wenn das nichts für euch ist: Dort oben warten auch eine erstklassige Bar und ein leckeres Restaurant auf euch, die euer 360-Grad-Erlebnis besonders schmackhaft machen.

Schaukel Amsterdam Lookout

This is Holland: Auf zum 5D-Flug

Gleich nebenan, nur einen Katzensprung entfernt, geht es für euch ebenfalls in die Höhe, dieses Mal allerdings in einem Flugsimulator. Wenn ihr euch immer schon mal gefragt habt,

  • was die Niederlande neben Amsterdam noch zu bieten haben,
  • wie sie überhaupt entstanden sind
  • und wie das kleine Land seine Gestalt über die Jahreszeiten hin verändert,

ist das euer Ort.

Nach einer kleinen Einführung in die Geschichte der Niederlande checkt ihr mit eurem Flugticket in ein 5D-Erlebnis ein, das euch lange in Erinnerung bleiben wird. Schnallt euch an und genießt Holland mit Wind in den Haaren und aus einer Perspektive, die euch sonst verborgen bleiben würde. Guten Flug! Tickets könnt ihr euch hier buchen. (Werbelink)

Café ‘t Sluisje: Genießen direkt am Wasser

Wenn ihr nach so viel Adrenalin erstmal eine kleine Kaffeepause benötigt, können wir euch das schnuckelige Café ‘t Sluisje sehr ans Herz legen. Das Café liegt malerisch direkt am Wasser im Norden, direkt auf dem Nieuwendammerdijk, der für seine vielen süßen Fischerhäuschen bekannt ist.

Allein der Weg zum wohlverdienten Kaffeehaus ist die zehn Minuten radeln wert: Natur pur und ein Flair, das eher ein kleines Dorf statt einer Landeshauptstadt erinnert.

Mit dem Fahrrad Amsterdam Noord erkunden

Am Café angekommen, sitzt ihr herrlich direkt am Hafen oder auf der geselligen Außenterrasse, auf der euch die Sonne ins Gesicht lacht.

Neben Kaffee und der leckeren Appeltaart, die die Niederländer so lieben, bekommt ihr hier auch kühle Getränke und typisch holländische Snacks wie Bittergarnituren und hausgemachte Fleischbällchen im Brot.

De VerbroederIJ: Schlemmen und Locals treffen

Eine ganz besondere Atmosphäre findet ihr in Amsterdam Noord bei De VerbroederIJ. Hier habt ihr die Qual der Wahl zwischen Gaumenschmankerln aus aller Welt:

Käsefondue, Lasagne, Burger, Rinderroulade, Pita, Apfelstrudel, Eisvariationen – hier wird definitiv jeder glücklich und satt.

Dieser Ort ist aber nicht nur für seine Kulinarik bekannt: Seit der Öffnung im Jahr 2017 wird hier dafür gesorgt, dass die Menschen aus der Nachbarschaft „brüderlich“ zusammenkommen und gemeinsam eine gute Zeit verbringen.

Deshalb gibt es auch Aktivitäten wie Yogastunden und Gärtner-Workshops, die hier regelmäßig stattfinden und gerne besucht werden.

Lasst euch von der herzlichen Umgebung verzücken und lernt Amsterdam Noord und seine Bewohner ganz authentisch kennen.

Den Norden von Amsterdam und seine Sehenswürdigkeiten solltet ihr auf dem Zettel haben

Ohne Frage: Der Norden Amsterdams ist ein absolutes Juwel und wird aktuell noch viel zu wenig wertgeschätzt.

Mit seinem ehemaligen Industrie-Hintergrund bietet der Stadtteil Raum für viel Kreativität und moderne wie nachhaltige Konzepte.

Wir sind große Liebhaber von allem, was es hier zu entdecken und erleben gibt. und können es kaum erwarten, euch bei eurem nächsten Besuch in Amsterdam mehr dazu zu erzählen und gerne auch persönlich zu zeigen – vielleicht auf einer charmanten und geführten Fahrradtour durch den Norden von Amsterdam? (Werbelink)

Bis ganz bald,

eure Theresa & euer Team von Amsterdamliebe <3

Amsterdamliebe wurde von der Münchnerin Theresa Huber gegründet, die 2015 aus Liebe zur Stadt nach Amsterdam zog. Mit ihrer Tourismusagentur macht Theresa seitdem ihre geliebte Wahlheimat zum Beruf, die mittlerweile zur führenden deutschen Tourismusagentur Amsterdams herangewachsen ist. Theresa und etwa 35 deutschsprachige Stadtführerkolleginnen und -kollegen kennen Amsterdam wie ihre eigene Westentasche und teilen ihr Wissen jeden Tag mit den vielen Besuchern, die es in diese lebenswerte Stadt zieht.

„Wir lieben Amsterdam und wir lieben unsere deutschen Gäste. Seit zehn Jahren zeigen wir euch die schönste Stadt der Welt – mit Herz und Humor, in kleinen Gruppen und deutscher Sprache. Wir freuen uns auf euch!“

Buchtipp: Theresas Buch „Glücksorte in Amsterdam“